Frauenrechte in der DDR

Frauenrechte in der DDR – so was kennt Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) nicht. Zumindest tut sie so. In der von ihr herausgegebenen Broschüre „Männer und Frauen in Deutschland“ gibt es eine Zeitschiene „Meilensteine der Gleichberechtigung in Deutschland“ von 1865 bis heute – ohne DDR. Der Frauenbeirat Marzahn-Hellersdorf protestierte: „Frau kann den Eindruck gewinnen, es habe die DDR nie gegeben oder aber: Sie solle schnellstens vergessen werden.“ Giffey, die am Wochenende von der Berliner SPD zu ihrer Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl nominiert wurde, bedauerte den Fauxpas und ließ die Online-Ausgabe ändern. Zum Leben in der DDR, zu Haushaltstagen, Kinderbetreuung, geteilter Sorgearbeit und Berufstätigkeit von Frauen in der DDR liest man da immer noch nichts. Warum Giffey zunächst auch verschweigen wollte, dass die Verfassung der DDR Männer und Frauen gleichstellte, es in der DDR das Gesetz über den Mutter- und Kinderschutz und die Rechte der Frau, das Recht auf Schwangerschaftsunterbrechung und das Babyjahr auch für Männer gab, bleibt ihr Geheimnis.

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Über den Autor

Melina Deymann, geboren 1979, studierte Theaterwissenschaft und Anglistik und machte im Anschluss eine Ausbildung als Buchhändlerin. Dem Traumberuf machte der Aufstieg eines Online-Monopolisten ein jähes Ende. Der UZ kam es zugute.

Melina Deymann ist seit 2017 bei der Zeitung der DKP tätig, zuerst als Volontärin, heute als Redakteurin für internationale Politik und als Chefin vom Dienst. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bei der Arbeit für die „Position“, dem Magazin der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend.

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"Frauenrechte in der DDR", UZ vom 30. April 2021



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