Deutsch-Russisches Museum in Berlin-Karlshorst

„Niemand hatte in diesem Krieg mehr Opfer zu beklagen als die Völker der damaligen Sowjetunion“, hieß es in der Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Juni letzten Jahres aus Anlass des 80. Jahrestages des Überfalls Deutschlands auf die Sowjetunion im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst.

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hatte seine Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier abgesagt. Der Veranstaltungsort sei „aus Sicht der Ukrainer ein Affront“, teilte Melnyk mit. Es sei ein weiteres Zeugnis fehlenden Bewusstseins für die Gefühle und die Befindlichkeiten der Ukrainer, die als eine der größten Opfernationen übersehen werden. Er vergaß allerdings zu erwähnen, dass auch die Ukraine im Museumsverein vertreten ist. Die Befindlichkeiten der Ukrainer bediente Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew, in diesem Sinne treffender: Im Sommer 2016 benannte der Kiewer Stadtrat den „Moskauer Prospekt“ in „Bandera-Prospekt“ um – nach einem Judenmörder und Unterstützer des Überfalls Nazideutschlands auf die Sowjetunion.

Nun hat die Museumsleitung die russische und belarussische Fahnen vor dem Gebäude entfernen und den Schriftzug „Deutsch-Russisches“ überkleben lassen, so dass nur noch „Museum“ übrigbleibt. Man kann auf den ukrainischen Vorschlag für einen neuen Namen gespannt sein.

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"Deutsch-Russisches Museum in Berlin-Karlshorst", UZ vom 4. März 2022



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